Silikone in Shampoos – Warum sie uns schaden und was die Alternativen sind

Shampoos mit Silikonen
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Silikone in Shampoos gibt es trotz bekannter Kritik immer noch sehr häufig. „Für die Extraportion Glanz!“ – so oder so ähnlich titeln Shampoo-Hersteller nur allzu gerne in ihren Werbungen. Doch was nehmen wir für dieses Mehr an Glanz in Kauf? Stimmt dieses Versprechen langfristig überhaupt? Meistens sind Silikone in Shampoos für den besagten Glanz-Effekt verantwortlich und die geraten immer mehr in Verruf.

Silikone in Shampoos – seit wann werden sie in Haarpflegeprodukten eingesetzt?

Erstmals aufgetaucht sind Silikone in Haarpflegemitteln etwa in den 80er und 90er Jahren, als vermeintliche Retter der von Dauerwellen geschädigten Haare. Damals hat sich noch kaum einer gefragt, ob aus Erdöl gewonnene Kunststoffe etwas am Körper verloren haben, denn genau daraus bestehen Silikone. Hauptsache die Silikone in Shampoos erfüllen ihren Zweck und das haben sie – zumindest kurzfristig. Sie legen sich um das Haar, wodurch es optisch geglättet wird. Dabei entsteht allerdings ein Film, der wie eine Versiegelung wirkt. Resultat: Das Haar unter dem Film trocknet aus und kann keine pflegenden Stoffe mehr aufnehmen.

Silikone in Shampoos – „Build-up-Effekt“ bei regelmäßiger Verwendung von Silikon-Shampoos

Die regelmäßige Verwendung von Haarpflegeprodukten mit Silikonen sorgt für den sogenannten „Build-up-Effekt“: Die alten Silikonschichten der letzten Pflege werden nicht ausreichend abgetragen, wodurch sich die Silikon-Schichten kommender Pflegedurchgänge übereinander legen. Die Haare werden schwer und der Glanz verschwindet immer mehr. Nicht zu vergessen ist auch die Auswirkung auf die Umwelt. Die Silikone gelangen auf diesem Weg schließlich auch ins Abwasser und schon beim Prozess der Herstellung, sowie der Verpackung chemischer Pflegeprodukte liegt der Fokus meist nicht auf Nachhaltigkeit.

Wie erkenne ich Silikone in Haarpflegeprodukten?

Der Markt stellt sich auf seine Kundschaft ein und somit ist nicht verwunderlich, dass mit steigendem Umweltbewusstsein in der Gesellschaft auch auf immer mehr Shampoo-Flaschen die Aufschrift „Silikonfrei!“ zu lesen ist. Aber reicht uns das schon aus und können wir dem überhaupt vertrauen?

Ein Blick auf die Inhaltsstoffe sorgt für Gewissheit. Silikone in Shampoos und in anderen Haarprodukten sind an folgenden Endungen leicht zu erkennen:

  • -cone
  • -conol
  • -oxane
  • -glycol

Meistens werden diese drei Silikone in Shampoos verwendet:

  • Dimethicon
  • Amodimethicon
  • Dimethiconol

Mit kostenfreien Apps wie „CodeCheck“ kannst du den Barcode von Produkten einscannen und die Inhaltsstoffe vor Ort, also noch im Geschäft, auf ihre Bedenklichkeit prüfen.

Silikon ist nicht der einzige bedenkliche Stoff in Pflegeprodukten

Im Mai 2019 hat Öko-Test 41 silikonfreie Shampoos miteinander verglichen und nur 24 der getesteten Produkte schnitten mit „gut“ oder „sehr gut“ ab. Interessant ist dabei vor allem, dass alle der 17 getesteten Bio-Shampoos mit „sehr gut“ bewertet wurden. Wer zu zertifizierter Naturkosmetik greift, kann sich sicher sein, dass keine Silikonöle und nur natürliche Inhaltsstoffe enthalten sind. Auch synthetische Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe, sowie erdölbasierte Bestandteile und Mikroplastik werden nicht verwendet. Gütesiegel wie Natrue können uns bei der Identifizierung ehrlicher Naturkosmetik helfen. Das Beste daran ist, dass es nicht einmal teuer sein muss, unserer Kopfhaut und dem Haar etwas Gutes zu tun. Vor allem Drogerieeigenmarken bieten kostengünstig zertifizierte Alternativen an.

Geschädigtem Haar bei der Regeneration helfen

Doch was tun, wenn der Schaden am Haar bereits passiert ist? Die Verwendung unschädlicher Pflegeprodukte ist zwar die wichtigste, aber nicht die einzige mögliche Maßnahme. Tatsächlich dauert es etwa zwei bis drei Wochen, bis die Silikonrückstände aus dem Haar herausgewaschen sind. Klärendes Shampoo (Clarifying Shampoo) kann diesen Prozess unterstützen. Wundere Dich nicht, wenn Dein Haar in dieser Zeit noch etwas rau und kaputt wirkt, die Regeneration braucht ihre Zeit.

Wenn du etwas experimentierfreudiger bist, kannst du für Dich und Deinen Haartyp auch den Trend „No Poo“ ausprobieren und komplett auf Pflegemittel verzichten. Sich zu pflegen und sich schön zu machen, kann ein Wohlfühl-Prozess sein, der nicht gestört werden sollte von dem enttäuschten Blick auf die Haare. Mit den richtigen Tipps und etwas Geduld wird jede sinnvolle Umstellung zur mühelosen Gewohnheit und kann für langfristige Zufriedenheit sorgen.

1 Trackback / Pingback

  1. Vegane Kosmetik leider nicht immer tierversuchsfrei und natürlich

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